Junger Arzt schaut zufrieden aus dem Fentster auf ein Dorf.

Landarztquote und

Quote für den öffentlichen Gesundheitsdienst

FAQs
Was ist die „ÖGD Quote“?

Mit der durch das Bayerische Land- und Amtsarztgesetz (BayLArztG) geschaffenen ÖGD Quote werden pro Jahr bis zu 1% aller an bayerischen Fakultäten zur Verfügung stehenden Medizinstudienplätze an Studienbewerberinnen und – bewerber vergeben, die ein besonderes Interesse an der Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) vorweisen.

Dieses besondere Interesse wird durch die vertragliche Verpflichtung bekundet, nach Abschluss des Studiums und einer ärztlichen Berufserfahrung von 18 Monaten, unverzüglich eine Tätigkeit im ÖGD aufzunehmen und dort die Weiterbildung im Gebiet öffentliches Gesundheitswesen vollständig abzu-schließen, sowie für eine Dauer von mindestens zehn weiteren Jahren vollständig und ausschließlich im ÖGD in Bayern tätig zu sein.
Für die Zulassung gelten andere Kriterien als für das zentrale Zulassungsverfahren zum Studium der Humanmedizin über die Stiftung für Hochschulzulassung.

Warum gibt es die ÖGD Quote?

Die Gesamtzahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern ist in den letzten 18 Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Daher besteht ein Bedarf an Ärztinnen und Ärzten im ÖGD, der sich durch Renten- und Ruhestandseintritte noch verschärfen wird, da über die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte im ÖGD älter als 50 Jahre sind. Eine Zunahme der Aufgaben beim Schutz der Bevölkerung vor Infektionsgefahren und zusätzlich zu besetzende Stellen im Rahmen der Umsetzung des bundesweiten Pakts für den ÖGD aus dem Jahr 2020 erhöhen aktuell den Personalbedarf im ÖGD weiter.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ist ein essentieller Bestandteil des Gesundheitswesens. Der ÖGD wird neben der ambulanten und stationären Patientenversorgung auch als die „dritte Säule“ des Gesundheitswesens bezeichnet. Das Aufgabenspektrum ist vielfältig und die Tätigkeiten eines Amtsarztes bieten eine interessante Alternative zur Arbeit im Krankenhaus oder einer Praxis:

Eine Schwerpunktaufgabe im ÖGD ist der Bevölkerungsschutz. Beispiel hierfür sind die Tuberkulosefürsorge, der umweltbezogene Gesundheitsschutz wie Trinkwasserhygiene, sowie die Hygieneüberwachung in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Kindergärten und anderen Gemeinschaftseinrichtungen (hier z.B. Beratung und Mithilfe bei der Aufklärung von infektiologischen Ausbruchsgeschehen sowie Anordnung erforderlicher Maßnahmen).

In der Prävention arbeiten die Amtsärzte mit den Sozialpädagogen zusammen, z.B. bei den Themen Suchtprävention, Sexualaufklärung in Schulen, Schwangerenkonfliktberatung, frühe Hilfen für Eltern, AIDS und Impfungen.

Im Tätigkeitsfeld der Medizinal- und Betäubungsmittelaufsicht werden z. B. anlassbezogene Begehungen von Arztpraxen oder die Betäubungsmittelkontrolle in Apotheken, Seniorenheimen und Kliniken durchgeführt.

Weiterhin sind Gesundheitsuntersuchungen und Begutachtungen zu unterschiedlichen medizinischen Fragestellungen, beispielsweise für die Einstellung von Beamten oder die Einschulung von Kindern (SEU) ein Tätigkeitsbereich.

Die Arbeit im Gesundheitsamt ist auch Netzwerkarbeit. Beispiele hierfür sind die von den Gesundheitsämtern organisierten MRE-Netzwerktreffen, an denen niedergelassenen Ärzte, Krankenhäuser und Seniorenheime teilnehmen, da die Zunahme von multiresistenten Erregern (MRE) eine übergreifende Zusammenarbeit erfordert. Das Gesundheitsamt hat auch engen Kontakt zu den Schulen, Kindergärten, dem Jugendamt und der koordinierenden Kinderschutzstelle.

Die Aufgaben eines Amtsarztes sind hier natürlich nicht abschließend aufgeführt, aber es ist ein breites interessantes Spektrum, dessen Orientierung weg von einer „Medizinalverwaltung“, frühere Prägung, hin zu einem modernen Public Health-Ansatz mit Netzwerken und Schnittstellen in die verschiedensten Bereiche von Gesundheitswesen und Gesellschaft geht.

Wie wichtig Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst auch für das Allgemeinwohl unserer Gesellschaft sind, wird uns nun durch Ihre führende Rolle in der Coronavirus-Pandemie ganz deutlich vor Augen geführt.

Die Bayerische Staatsregierung hat sich daher als Ziel gesetzt, den ÖGD nachhaltig zu stärken. Die ÖGD Quote ist hierbei ein wichtiger Ansatzpunkt, um ärztlichen Nachwuchs für den ÖGD zu gewinnen. Bewerbern mit besonderer fachlicher und persönlicher Eignung im Bereich ÖGD wird dabei die Möglichkeit gegeben einen Studienplatz an medizinischen Fakultäten zu erhalten.