Junger Arzt schaut zufrieden aus dem Fentster auf ein Dorf.

Landarztquote und

Quote für den öffentlichen Gesundheitsdienst

Holetschek: 131 Medizinstudienplätze für Landarzt- und ÖGD-Quote vergeben - Großes Interesse an Programmen - Mehr als 400 Bewerbungen eingegangen - Programme machen medizinische Versorgung in der Fläche zukunftsfest

Staatsminister Klaus Holetschek

03.08.2022

Bayern stärkt die medizinische Versorgung in der Fläche mit der Landarztquote und der Quote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek betonte am Donnerstag in München: „Wir haben mehr als 400 Bewerbungen erhalten. Das zeigt, Landarztquote und ÖGD-Quote sind nach wie vor beliebt, und viele junge Medizinstudierende wollen sich in Bayern niederlassen und als Hausärztin oder Hausarzt, Amtsärztin oder Amtsarzt arbeiten. Das freut mich, denn wir brauchen dringend mehr gut ausgebildeten Nachwuchs für ausscheidende Haus- und Amtsärztinnen und -ärzte.“

Der Minister sagte: „Wir haben nun ausgewählt und insgesamt 131 Studienplätze für das kommende Wintersemester vergeben. Ab Herbst werden davon 113 angehende Medizinerinnen und Mediziner ihr Studium beginnen, die sich verpflichten, später als Landärztin oder Landarzt zu arbeiten. Weitere 18 Kandidatinnen und Kandidaten beginnen ihr Medizinstudium via ÖGD-Quote und werden im Anschluss im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten. Ich freue mich, dass immer mehr junge Menschen diese spannenden Aufgabenfelder für sich entdecken. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung in Bayern.“

Die Landarztquote sieht vor, dass bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern für Bewerberinnen und Bewerber vorgehalten werden, die später für mindestens zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt im ländlichen Raum arbeiten wollen. Das Programm läuft seit 2020 und geht im Herbst in den dritten Jahrgang. Seit Beginn nehmen damit 327 Studentinnen und Studenten an dem Programm teil.

Die ÖGD-Quote reserviert nach demselben Prinzip bis zu ein Prozent der bayerischen Medizinstudienplätze für Bewerberinnen und Bewerber, die besonders an einem Job im Öffentlichen Gesundheitsdienst interessiert sind. Die Absolventinnen und Absolventen verpflichten sich ebenfalls für zehn Jahre. Das Programm läuft seit 2021. Mit dem nun startenden zweiten Jahrgang steigt die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf 33.

Holetschek sagte: „Das Durchschnittsalter der Studienanfängerinnen und -anfänger für die Landarztquote liegt in diesem Jahr bei 24 Jahren; 55 Prozent von ihnen sind weiblich und 45 Prozent männlich. Die erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten kommen vorrangig aus dem bayerischen Raum (88 Prozent).“

Die Hälfte der Kandidatinnen und Kandidaten haben bereits eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf. 38 Prozent können ein gutes Ergebnis bei einem Test für Medizinische Studiengänge vorweisen und 77 Prozent eine freiwillige oder ehrenamtliche Tätigkeit. Bei der ÖGD-Quote ist es ähnlich. Ein Unterschied ist aber, dass nur elf Prozent der Bewerberinnen und Bewerber für die ÖGD-Quote zuvor eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf absolviert haben.

Interessentinnen und Interessenten für die Landarzt- und ÖGD-Quote müssen sich einem zweistufigen Auswahlverfahren des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) stellen. Die Auswahlkriterien der ersten Stufe sind das Ergebnis eines fachspezifischen Studieneignungstests, das Vorliegen einer Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf, die Dauer der Berufstätigkeit in diesem Beruf sowie die Art und Dauer einer geeigneten freiwilligen oder ehrenamtlichen Tätigkeit. Für eine Bewerbung müssen nicht alle Kriterien erfüllt sein. Auf der zweiten Stufe des Auswahlverfahrens finden strukturierte und standardisierte Auswahlgespräche statt.

Holetschek betonte: „Ich möchte mich an dieser Stelle auch für das Engagement der Jurorinnen und Juroren bedanken, ohne deren Einsatz die Auswahlgespräche nicht möglich gewesen wären. Ihre Mitwirkung ist wichtig und trägt zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum und der Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes bei. Besonderer Dank gilt dem Bayerischen Hausärzteverband, der bei der Rekrutierung der Jurorinnen und Juroren sehr aktiv war.“

Die nächste Bewerbungsrunde für Landarzt- und ÖGD-Quote beginnt im Februar 2023. Weitere Informationen für Interessentinnen und Interessenten gibt es unter: https://www.landarztquote.bayern.de.

Bayerisches Land- und Amtsarztgesetz (BayLArztG)

Archiv ⇓

Holetschek: Kandidatinnen und Kandidaten für die Landarztquote und die Quote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst stehen fest – Bayerns Gesundheitsminister: Wichtiger Beitrag für eine flächendeckende medizinische Versorgung in ganz Bayern

23.08.2021

Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Landarztquote und die Quote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD-Quote) für das Wintersemester 2021/2022 stehen fest. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Montag in München hingewiesen.

Der Minister betonte: „Ich freue mich, dass wir insgesamt 130 Kandidatinnen und Kandidaten einen der begehrten Medizinstudienplätze im kommenden Semester anbieten können. Die erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, auch in Zukunft eine hochwertige und vor allem wohnortnahe medizinische Versorgung in ganz Bayern sicherzustellen.“

Holetschek ergänzte: "Die Auswahlgespräche sind trotz erschwerter Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie gut verlaufen. Wir konnten doppelt so viele Bewerberinnen und Bewerber einladen wie heuer Medizinstudienplätze über die Landarztquote und die ÖGD-Quote zur Verfügung stehen.“

Im Rahmen der Landarztquote können 5,8 Prozent der Medizinstudienplätze in Bayern vergeben werden und damit 115 Plätze zum Wintersemester 2021/2022. Über die ÖGD-Quote werden zusätzlich bis zu 1 Prozent der Medizinstudienplätze in Bayern an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die ein besonderes Interesse an der Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst haben. Dies entspricht im Wintersemester 2021/2022 15 Plätzen.

Professor Eckhard Nagel, Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der Universität Bayreuth betonte: „Sehr beeindruckt hat mich die hohe Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber sowohl im Hinblick auf ihre medizinnahe Berufsausbildung, die Einarbeitung in medizinische Themen, besonders aus der Patientenperspektive, als auch die Bandbreite des sozialen Engagements. Ich bin überzeugt, dass alle ihr Medizinstudium mit großer Begeisterung absolvieren werden.“

Der Minister erläuterte: „Um ein guter Arzt zu sein, braucht es mehr als ein Einserabitur. Im Berufsleben sind auch Sozialkompetenz und Empathie gefragt. Die Noten sind im Auswahlverfahren daher Nebensache. Wir konzentrieren uns auf die besondere Motivation und Eignung der künftigen Ärzte.“

Die Bewerberinnen und Bewerber hatten in diesem Jahr die Wahlmöglichkeit, die Auswahlgespräche entweder digital von zu Hause aus oder vor Ort in Bayreuth zu absolvieren. Die Bewertung der Auswahlgespräche erfolgte anhand einer Punkteskala, auf deren Grundlage eine Rangfolge der Bewerberinnen und Bewerber erstellt wurde. Die Ranglisten der ersten und zweiten Stufe flossen jeweils mit einer Gewichtung von 50 Prozent in eine abschließende Rangliste ein.

Alle erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber konnten mindestens ein abiturnotenunabhängiges Auswahlkriterium erfüllen. 63 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten verfügen bereits über einen Beruf bzw. Berufserfahrung im medizinischen Bereich. 43 Prozent können das Ergebnis eines Tests für Medizinische Studiengänge vorweisen. 38 Prozent sind ehrenamtlich tätig und 42 Prozent haben einen Freiwilligendienst absolviert.

Der Minister fügte hinzu: "Die erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten haben einen Vertrag mit dem Freistaat Bayern unterzeichnet. Sie verpflichten sich, nach dem Studium mindestens zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer Region zu arbeiten, die medizinisch unterversorgt ist oder von einer Unterversorgung bedroht ist. Die Studentinnen und Studenten der ÖGD-Quote werden nach Abschluss der ärztlichen Weiterbildung mindestens zehn Jahre ausschließlich im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern tätig sein, wo ein besonderer öffentlicher Bedarf an Amtsärzten besteht.“

Das Durchschnittsalter der Studienanfängerinnen und -anfänger für die Landarztquote liegt in diesem Jahr bei 24 Jahren. 65 Prozent sind Frauen. 82 Prozent der erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten kommen aus Bayern. Die Studienanfängerinnen und -anfänger der ÖGD-Quote kommen ebenfalls vorrangig aus dem bayerischen Raum (73 Prozent) und haben ein Durchschnittsalter von etwa 25 Jahren.

Der Minister betonte: "Wir brauchen mehr junge Mediziner, die sich für ein Berufsleben auf dem Land und im Öffentlichen Gesundheitsdienst erwärmen können, die sich für den Beruf des Arztes begeistern und ihn auch dort ausüben wollen, wo sie besonders gebraucht werden. Und genau deshalb bieten wir jungen Menschen ohne Einserabitur die Möglichkeit eines Medizinstudiums.“

Holetschek erläuterte: „Die Corona-Krise führt uns ganz deutlich vor Augen, welch tragende Säule unseres Gesundheitssystems die Hausärztinnen und Hausärzte sowie die Amtsärztinnen und Amtsärzte sind. Ich möchte mich daher an dieser Stelle für das Interesse und das Engagement der jungen Leute bedanken, die sich auf die Plätze beworben haben!“

Der Minister fügte hinzu: „Mein besonderer Dank gilt auch den ärztlichen Jurorinnen und Juroren, die sich in dieser äußerst herausfordernden Zeit bereit erklärt haben, an den Auswahlgesprächen mitzuwirken. Zudem danke ich Herrn Professor Nagel und seinem gesamten Team für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung der Auswahlgespräche unter Pandemie-Bedingungen.“

Landarztquote und Quote für den öffentlichen Gesundheitsdienst für Medizinstudienplätze in Bayern

27.01.2021

Erfreulicherweise haben zum Wintersemester 2020/21 die ersten 103 Studierenden im Rahmen der Landarztquote ihr Medizinstudium aufgenommen. Im Februar ist es wieder soweit und die zweite Runde des Bewerbungsverfahrens für das Wintersemester 2021/22 beginnt.

Mit der Landarztquote wollen wir denjenigen ein Angebot machen, die ein besonderes Interesse an der hausärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum haben und sich verpflichten, mindestens zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt dort tätig zu sein, wo Unterversorgung besteht oder droht. Sie können damit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, auch in Zukunft eine flächendeckende, wohnortnahe hausärztliche Versorgung in ganz Bayern sicherzustellen – dafür braucht es nicht zwingend ein Einser-Abitur.

Ganz besonders freut es mich, dass in Bayern erstmalig zum Wintersemester 2021/22 nun auch Studienplätze im Rahmen einer Quote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst vergeben werden können. Wie wichtig Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst für das Allgemeinwohl und unsere Gesellschaft sind, führt uns derzeit die Corona-Pandemie ganz deutlich vor Augen.

Am 01.02.2021 wird das Bewerberportal wieder geöffnet. Dort können Sie sich sowohl für die Landarztquote als auch für die Quote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst bewerben.

Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie nähere Informationen zu den Bewerbungsvoraussetzungen, zum Bewerbungs- und Verteilungsverfahren sowie zu den damit zusammenhängenden Verpflichtungen.

Ich lade Sie ein, dieses ausführliche Informationsangebot zu nutzen. Für Ihre Bewerbung und für die Verwirklichung Ihres Berufswunsches wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Klaus Holetschek MdL
Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege